Bernd Hilder


				

				

Bernd Hilder, Chefredakteur der Leipziger Volkszeitung, war der erste Kandidat, den die --> Mitglieder des Verwaltungsrats in ihrer Sitzung vom 5.9.2011 mit 2/3-Mehrheit nominiert haben. Er setze sich nach rund achtstündiger Sitzung gegen --> Karola Wille, Juristische Direktorin des MDR, durch (FLURFUNK DRESDEN, 5.9.2011).

In der Rundfunkratssitzung am 26.9.2011 votierten 29 --> Mitglieder des Rundfunkrats gegen und 12 für den Kandidaten. Der erste Vorschlag des Verwaltungsrates war damit abgelehnt (FLURFUNK DRESDEN, 26.9.2011).


Lesehinweis: DIMBB.de vom 26.9.2011: "12 zu 29: MDR-Intendantenwahl medial"


Zeitungszitat:
"Doch es kam anders in der ehemaligen Fleischbörse des früheren Leipziger Schlachthofes, einem schmucken gelben Backsteinbau, in dem die Intendanz des MDR residiert. Es kam zum Aufstand. Von 41 anwesenden Rundfunkräten votierten nur zwölf für Hilder, 29 stimmten gegen ihn - eine vernichtende Niederlage, nicht nur für den 52-jährigen Hilder, der mit gerötetem Gesicht das Ergebnis entgegen nahm. Auch sein Mentor, der Chef der sächsischen Staatskanzlei Johannes Beermann (CDU), dürfte durch das Debakel beschädigt sein." (Süddeutsche Zeitung, 26.9.2011)


Gesammelte Informationen aus der Zeit vor dem Wahlgang am 26.9.2011:

In dem offiziellen Schreiben des Verwaltungsrats an den Rundfunkrat heißt es:


"In seiner Präsentation hat Herr Hilder dargestellt, dass er über langjährige Erfahrungen im Medienbereich sowohl in der ARD als auch im Bereich der Printmedien verfügt. Dies beinhaltet insbesondere seine journalistische Tätigkeit und seine Erfahrungen als Medienmanager. Konzeptionell stellte Herr Hilder seine Vorstellungen zur Weiterentwicklung der Programme und der Organisation im digitalen Zeitalter vor. Er betonte insbesondere die Notwendigkeit trimedialer Angebote."'


Presseberichte zur Nominierung von Bernd Hilder: (Auswahl)


"Heute steht er im Ruf, vor allem aus politischen Gründen vom Chef der sächsischen Staatskanzlei Johannes Beermann (CDU) auf das Kandidatenschild gehoben worden zu sein. Hilder verwahrt sich entschieden dagegen." (Süddeutsche Zeitung, 22.9.2011)


"Seit Anfang 2009 - so erzählen es sich die üblichen, informierten Kreise in Thüringen und Sachsen - sei der aktuelle Chefredakteur der Leipziger Volkszeitung, Bernd Hilder, aufgebaut worden. Noch mit Ministerpräsident Dieter Althaus soll über die Personalie gesprochen worden sein. Und mit seiner Nachfolgerin in der Erfurter Regierungsstraße, Christine Lieberknecht." (Thüringer Allgemeine vom 21.9.2011)


"Bei der - inoffiziellen - Vorauswahl der jetzigen - offiziellen - Vorauswahl hatten die Staatskanzleien der drei MDR-Staatsvertragsländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen eine nicht unbedeutende Rolle gespielt. Sie hatten aber keine klare, eindeutige Linie vorgegeben - was man an der Zahl der Abstimmungen im Verwaltungsrat ablesen kann. Nicht wenige hielten die Justitiarin und stellvertretende MDR-Intendantin Karola Wille für die richtige Wahl. Für Bernd Hilder spricht, dass er die ARD und den Rundfunk zwar gut kennt, aber von außen und also unbelastet zum MDR stößt." (FAZ vom 5.9.2011)


"Ob Hilder, der als CDU-nah gilt und dem konservativen Unionslager zugerechnet wird, in dem Gremium ebenfalls eine Zweidrittelmehrheit findet, ist nicht sicher. Bei einigen Rundfunkräten besonders aus Sachsen-Anhalt und Thüringen und zum Teil bei oppositionellen Kreisen gilt Hilder als umstritten." (Sächsische Zeitung vom 6.9.2011)


"Bei der LVZ, heißt es, würden bei seinem Weggang die Sektkorken knallen. Im Falle seiner Bestätigung durch den Rundfunkrat kann sich Hilder nicht auf sein eigenes Blatt verlassen. Das berichtete über die jüngsten Skandale arg spärlich - und enthielt seinen LeserInnen die Ambitionen des eigenen Chefredakteurs souverän vor. Auch gestern gab es nur dürre Zeilen." (taz vom 6.9.2011)


"Woher kommt die plötzliche Online-Affinität des LVZ-Chefredakteurs?"

und

"Jetzt ist der Rundfunkrat am Zuge. Der wird am 26. September über den Personalvorschlag des Verwaltungsrates abstimmen. Hier braucht Hilder erneut eine Zweidrittelmehrheit – diesmal allerdings auf Anhieb. Diese Mehrheit gilt als wahrscheinlich, nicht aber als gesichert, da nicht alle Rundfunkratsmitglieder von Hilders Eignung überzeugt sind." (Kreuzer-Leipzig.de vom 7.9.2011)


Zur Person Bernd Hilder

Er arbeitet derzeit als Chefredakteur der "Leipziger Volkszeitung" und bringt eine Rundfunk-Vergangenheit mit.


Zeitungszitate zu Bernd Hilder:

"Sachsen Ministerpräsident Stanislaw Tillich würde wohl gerne Bernd Hilder, 52, zum Nachfolger des 67-jährigen Reiter machen." (Süddeutsche Zeitung, 8.8.2011)


"Die CDU in Sachsen, allen voran Regierungschef Stanislaw Tillich und sein Staatskanzleichef Johannes Beermann, der im Nebenamt auch Vordenker der Rundfunkpolitik in der Bundesunion ist, sie machen sich beide für Bernd Hilder als neuen MDR-Intendanten stark, wie Personen berichten, die mit dem Thema vertraut sind." (Tagesspiegel, 14.6.2011)


"Sachsens CDU hat offenbar ein Interesse daran, dass Hilder den Posten übernimmt." (Sächsische Zeitung vom 18.6.2011)


Ihm werden schon länger Ambitionen auf das Amt des Intendanten nachgesagt.


"Er selbst will sich zum Thema MDR nicht äußern, also auch nicht zum Gespräch mit einem einflussreichen Rundfunkratsmitglied, das bereits am Tag nach Bekanntwerden von Reiters Amtsaufgabe in Dresden stattgefunden haben soll." (mz-web, 1.6.2011)

Ein scharfes Dementi ist das wohl eher nicht.


"Bernd Hilder (52). Chefredakteur der „Leipziger Volkszeitung", stammt aus Niedersachsen, hat früher für die ARD gearbeitet. Sein Name wird seit längerem für die Reiter-Nachfolger gehandelt. Aussichtsreichster externer Kandidat mit besten Verbindungen in die sächsische Landesregierung." (BILD Leipzig, 27.5.2011)


Lesehinweis: "Hilder ist in den vergangenen Tagen und Wochen der in einer ganzen Reihe von Zeitungsberichten als heißer Kandidat auf den Intendantenposten gehandelt worden. Im eigenen Blatt wird er als solcher nicht genannt", FLURFUNK DRESDEN, 21.6.2011.


Vita/Werdegang

Geburtstag: 9.4.1959

Berufsweg:

  • 1982-89 zunächst freier Mitarbeiter, dann Politik-Redakteur beim Sender Freies Berlin, Hörfunk-Moderator und Kommentator
  • 1989/90 Hörfunk-Korrespondent in Washington für eine Gruppe von ARD-Anstalten
  • 1990 bis 1995 ARD-Hörfunk-Korrespondent für Lateinamerika mit Sitz in Mexiko-Stadt
  • 1995-2000 Chefredakteur der Schaumburger Nachrichten
  • 2000-03 Chefredakteur des Göttinger Tageblattes
  • seit November 2003 Chefredakteur der Leipziger Volkszeitung

Quelle: kress.de