Herausforderungen


				

				

Inhaltsverzeichnis

Kostendruck/sinkende Einnahmen

"Als Drei-Länder-Anstalt muss der MDR nicht um seine Existenz fürchten. Allerdings wird der Kostendruck zunehmen, denn die Gebührenschraube kann nicht immer weitergedreht werden. Doch da die Bevölkerung im Sendegebiet abnimmt und der Anteil von Gebührenbefreiungen für Sozialschwache wächst, muss der MDR Prioritäten anders setzen und neue Einnahmequellen erschließen." (MDR-Rundfunkrat Heiko Hilker im Interview mit der Volksstimme, 14.6.2011)

Udo Reiter: "Wir gehören längst nicht mehr zu den reichen öffentlich-rechtlichen Anstalten. Unsere Reserven sind fast aufgebraucht. Der MDR leidet unter sinkenden Einnahmen, also müssen wir den Gürtel enger schnallen."

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Udo Reiter: "Der sogenannte Finanzausgleich zwischen den öffentlich-rechtlichen Anstalten der ARD ist reformbedürftig. Meiner Meinung nach sollte jede Anstalt einen von der Einwohnerzahl unabhängigen Sockelbetrag erhalten. Denn wir zahlen doch zum Beispiel für Film- oder Hörfunkproduktionen nicht weniger, nur weil wir weniger Einwohner haben. Aber das sieht nicht jeder so." (Interview, Freie Presse, 20.6.2011)


Neudefinierung des gesetzlichen Auftrags?

"Der Chef der sächsischen Staatskanzlei, Johannes Beermann (CDU), will ARD und ZDF durch eine neue Mediengesetzgebung zum Sparen zwingen. In einem vertraulichen "Zielpapier", das dem SPIEGEL vorliegt und das Beermann für die "Arbeitsgruppe Beitragsstabilität" der Ministerpräsidenten formuliert hat, schlägt er vor, den Rundfunkauftrag neu zu justieren und festzuschreiben, was nicht zum Kernbereich des öffentlichrechtlichen Auftrags gehört."

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"Von den Sendern selbst sei keine Kurskorrektur zu erwarten. Hier hätten sich – etwa beim Erwerb von Sportrechten und der Rekrutierung von Spitzenpersonal – Strukturen gebildet, 'die sich durch hohe Budgets und ein damit einhergehendes besonderes Prestige für die dort beschäftigten Mitarbeiter' auszeichneten." (SPIEGEL-Vorabmeldung, 26.3.2011)


Entrümpelung der Strukturen/mehr Transparenz

“Wohl eher bräuchte es jetzt jemand Unabhängigen aus der vom Imageschaden des MDR nicht minder betroffenen ARD, der auf eine eigene Karriere keine Rücksicht mehr nehmen muss. Zeitlich befristet könnte er in der Anstalt den Sumpf trockenlegen, personell und strukturell aufräumen, um dann die Führung des Senders halbwegs geordnet einem in Ruhe gewählten Intendanten zu übergeben – einem, der von außen kommt und nicht im alten System verstrickt ist.” Ein Sender, viele Skandale vom 5.8.2011


"Als aus öffentlichen Mitteln finanzierte Einrichtung, muss der MDR deutlich mehr Transparenz seiner Strukturen und Entscheidungen schaffen. Dazu gehört für DIE LINKE unter anderem die jährliche Veröffentlichung eines Produzentenberichts aus dem deutlich wird, wer für welche Aufgaben Gelder bezogen hat. Die Zusammensetzung der MDR-Gremien bedarf einer Überprüfung unter demokratischen Gesichtspunkten." (Erwartungen der LINKEN an die zukünftige Entwicklung des MDR im Rahmen der Neubesetzung der Intendantenstelle, veröffentlicht am 25.7.2011)


KI.KA-Nachwirkungen

Auftrag für den Neuen: Kontrolle der Führung! "Vor wenigen Tagen sagte Reiter, der Kika-Skandal habe ihn 'persönlich getroffen'. Schon jetzt ist offenbar, wie wenig Kontrolle und wie viel Selbstbedienung unter MDR-Führung möglich war. Wie sehr ihn das Ganze noch betroffen hätte, wird womöglich im demnächst beginnenden Prozess offenbar." (Berliner Zeitung, 28.5.2011)


Medienwandel

Reiter zum Medienwandel: "Reiter: 'Wenn Sie 20 Jahre Intendant sind, dann haben Sie alles schon mal erlebt und glauben, auf alle Fragen die Antworten zu kennen. Wissen Sie, ich war immer der Jüngste. Chefredakteur, Hörfunkdirektor, Intendant. Jetzt bin ich plötzlich der Älteste und merke, wie die Jungen gerade das Rad noch einmal erfinden wollen. Ich weiß, dass es dann Zeit ist aufzuhören.'" ( BILD Leipzig, 3.6.2011)


Mangelnde Innovation/ Quotenorientierung

"Warum ist nicht das ganze Dritte Programm ein Experimentierplatz? Wie viele Sender benötigen ARD und ZDF, um Freiräume zu haben für Formatsuche, Talentförderung? ZDFneo soll die Talentschmiede des ZDF werden. Aber die Logik der Quote hat selbst diesen Sender schon erfasst. Stolz verkündet Schächter, dass ZDFneo mit 0,3 Prozent Marktanteil schon die Zielvorgabe von 0,2 Prozent übertroffen habe. Wenn sie noch häufiger „Raumschiff Enterprise“ wiederholen, schaffen sie sicher auch 0,4." (FAZ, 22.6.2011)


Kritik am Programm

"Ich hätte mir vom MDR mehr investigativen Journalismus und weniger Unterhaltung gewünscht. Reiter und seine Leute haben zu sehr auf Unterhaltung gesetzt, zu wenig auf Qualitätsjournalismus." (MDR-Rundfunkrat Heiko Hilker im Interview mit der Volksstimme, 14.6.2011)


Negativ-Image des öffentlich-rechtlichen Rundfunks

"Weil die Öffentlich-Rechtlichen sich bei Märchenverfilmungen nicht genügend abstimmen, verschwenden die Sender nach laut SPIEGEL-Informationen Millionbeträge." (Spiegel, 14.6.2011)

aber:

"Die öffentlichen Fernsehsender bekommen seit Jahren die Kritik zu hören, ihre Programmprofile glichen zunehmend jenen der Privaten. Das durchschnittliche Publikum erkennt weiterhin klare Unterschiede, wie in Deutschland aus einer repräsentativen Befragung unter 3000 Personen ab 14 Jahren zu erkennen ist. Punkto Glaubwürdigkeit, ausführlicher Information und Sachkunde erhalten die ARD und das ZDF Zustimmungsquoten in Höhe von rund 70%, während Sat 1 und Pro Sieben eine Rate von etwa 20% erzielen. 30% attestieren RTL sachkundige Korrespondenten, aber nur 20% halten RTL für glaubwürdig." (NZZ-Online, 14.6.2011)


Persönliche Eigenschaften

Einen Hinweis auf die Eigenschaften eines Intendanten gibt dieses Zitat aus der "Berliner Zeitung":

"Monika Piel, schickt ihm nun hinterher, sie nehme seine Entscheidung mit Respekt und Bedauern zur Kenntnis. 'Als dienstältester Intendant hat er mit seinen kreativen Ideen und seiner Durchsetzungsfähigkeit entscheidend zum programmlichen Erfolg von ARD und MDR beigetragen.'" (Berliner Zeitung, 28.5.2011)

Ein Intendant ist zuvorderst Lobbyist:

"Die Tatsache, dass ein Intendant zuvorderst Lobbyist ist, spricht für Hilder." (mz-web, 1.6.2011)


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