Karola Wille


				

				

AKTUELL: Mit 32-Ja- und 7-Nein-Stimmen ist heute (23.10.2011) Karola Wille zur Nachfolgerin von Udo Reiter als Intendantin des MDR bestätigt worden. Vgl. Flurfunk Dresden: "MDR: Karola Wille wird neue Intendantin".


Prof. Dr. Karola Wille ist im 2. Wahlgang die Kandidatin, die der Verwaltungsrat dem Rundfunkrat vorschlägt. Sie ist in einer Sondersitzung der Mitglieder des Verwaltungsrats am 9.10.2011 nominiert worden. Wille zählte von Anfang an als Favoritin und war folglich stets eine der --> genannten Kandidaten. Karola Wille ist derzeit juristische Direktorin des MDR und Stellvertreterin von Noch-Intendant Udo Reiter.


Im Folgenden finden Sie einige Presse-Zitate zu Karola Wille sowie Informationen zu ihrem Werdegang:


"Inzwischen hat sich die gebürtige Chemnitzerin in den Landesgruppen des Rundfunkrats präsentiert. Von dort sind positive Signale zu hören. Die Stimmen reichen von 'fundierte Darstellung' über 'umfangreiches, präzises und beeindruckendes Konzept' bis 'manche waren begeistert'." (Hannoversche Allgemeine/dpa, 21.10.2011)


"Klaus Schroeder, dem Leiter des Forschungsverbundes SED-Staat an der Freien Universität Berlin, erscheint das zu wenig. Er sagte dieser Zeitung, es sei 'ein fatales Signal für die notwendige Aufarbeitung der SED-Diktatur, wenn ehemalige Legitimatoren des Unrechtsstaates' wie Karola Wille 'Karriere beim ehemaligen Klassenfeind machen, ohne sich öffentlich ihrer Vergangenheit zu stellen'. Der Politikwissenschaftler Eckhard Jesse von der TU Chemnitz meint, 'die Wahl von Frau Wille wäre ein falsches Zeichen, was die nötige Aufarbeitung im MDR angeht'." (FAZ, 20.10.2011)


Zum FAZ-Artikel folgt prompt die Replik in der taz:


"Eine gebürtige Chemnitzerin für den Sender für Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt? Undenkbar. Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland udn andere subalterne Jobs, das geht vielleicht noch gerade. Aber ARD-Intendantin? So jedenfalls liest sich das letzte Aufgebot, das gerade via FAZ in die Schlacht beim skandalgeschüttelten MDR geschickt wird. Die Motivation ist klar: Am Sonntag wählt der Rundfunkrat, Wille ist nach den internen Spielregeln des MDR die einzige Kandidatin." (taz, 21.10.2011)


"Nach Meinung der meisten MDR-Mitarbeiter und vieler Rundfunkräte hätte die 52-jährige juristische Direktorin der skandalgeplagten Anstalt eigentlich von Anfang an die besseren Aussichten gehabt."

und

"Anfang Juni fand ein Treffen mit Foth statt, mit dabei: Fernsehdirektor Vietze und Justiziarin Wille. Zunächst schien auch hier alles den üblichen Gang zu gehen. Die ausstehende Summe wurde beglichen, der Rechtsstreit einige Wochen später für erledigt erklärt. Dies geht aus einer Datensammlung der internen MDR-Ermittlungen hervor, die am 18. August im Rundfunkrat präsentiert wurden. Doch Wille ließ nicht locker, kontaktierte nochmal die Produktionsfirma und ließ sich die näheren Umstände des Falls schildern. Als Konsequenz wurde Udo Foth am 27. Juli 2011 umgehend von seinem Ämtern suspendiert - von der amtierenden Intendantin Karola Wille." (SPIEGEL, 10.10.2011)


"Der Ruf von Udo Reiter ist schon lädiert, ist es auch der von Karola Wille, stellvertretende Intendantin und Justiziarin des MDR? Die Chemnitzerin kennt jede Ecke im Sender, aber von den Machenschaften im Kika und in der Unterhaltung hat sie rein gar nichts mitbekommen? Jetzt wird ihr plötzlich ihre Dissertation aus DDR-Zeiten vorgehalten, in der sie dem SED-Sozialismus huldigt." (Tagesspiegel, 16.8.2011)


"So blieb bisher verborgen, dass Wille noch 1985 an der Universität Jena eine Dissertation verfasste, in der sie dem Sozialismus huldigt. Um 'die historische Mission der Arbeiterklasse' zu verwirklichen, seien besondere Anstrengungen und Bündnisse notwendig, schreibt Wille, nur so könne man die 'Vorzüge des Sozialismus auch im internationalen Rahmen umfassend zur Geltung bringen.'" (SPIEGEL-Online, 14.8.2011)


"Doch die gebürtige Chemnitzerin hat ein Problem: Sie stammt aus einem SED-Haushalt, und sie war mit einem DDR-Militärstaatsanwalt verheiratet. Zwar hat sich Wille vor vielen Jahren scheiden lassen, doch manche Schatten sind kaum abzuschütteln." (Süddeutsche Zeitung, 8.8.2011)


Aber:
"Willes staatsnahe Dissertation zu DDR-Zeiten und ihre inzwischen geschiedene Ehe mit einem Militär-Staatsanwalt der DDR werden selbst in konservativen Kreise nicht als Problem für die Wahl zur Intendantin betrachtet. 'Es gibt ja bei uns keine Sippenhaft', sagte der Chef des Hörfunkausschusses des MDR-Rundfunkrates, Bernd Reisener. Reisener, auch Geschäftsführer des CDU-Landesverbandes Sachsen-Anhalt, fügte hinzu: 'Ich kann mir gut vorstellen, dass nach 20 Jahren auch Eigengewächse aus dem Osten eine Chance haben können.'" (Mitteldeutsche Zeitung vom 24.8.2011)


"Und aus der Umgebung der thüringischen Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht hört man, dass sie sich eine hausinterne Kandidatin vorstellen könnte: Die derzeitige Stellvertreterin Reiters, die Juristin Karola Wille, 52." (Süddeutsche Zeitung, 8.8.2011)


Zeitungszitat (Kontext: Thüringen favorisiere --> Werner Dieste, Sachsen-Anhalt und Sachsen aber --> Bernd Hilder):
"Falls sich die Rundfunkräte, die gesellschaftlich relevante Gruppen vertreten, nicht auf einen Kandidaten einigen können, soll es nach MZ-Informationen auf einen Kompromiss hinauslaufen. Dann würden die Chancen für Karola Wille steigen, die als Juristische Direktorin des Mitteldeutschen Rundfunks von Anfang an zum Kandidatenkreis zählte." (MZ-Web, 21.6.2011)


Zeitungszitat: "Die größten Chancen bei dieser Gemengelage werden daher Karola Wille eingeräumt, die als Reiters Stellvertreterin einen natürlichen Anspruch auf den Posten hat. Sie wird intern als 'aussichtsreichste, mit drei Sternchen versehene Kandidatin' bezeichnet." MZ-Web (Mitteldeutsche Zeitung) vom 1.6.2011 - (Übernahme von der Berliner Zeitung)


Zeitungszitat: "Für Wille spricht nicht nur ihr Geschlecht und ihre Herkunft (1959 in Chemnitz geboren). Der Fakt, dass sie den Arbeitskreis '"Digitale Zukunft' leitet, ist wegen der Trimedialität (Online, Hörfunk und Fernsehen aus einem Guss), die sich der MDR verordnet hat, von Bedeutung. Wille gilt als machtorientiert, manche sagen, als opportunistisch. Fakt ist, dass die zu Ost-Zeiten promovierte Juristin in der ARD Reputation genießt." MZ-Web (Mitteldeutsche Zeitung) vom 1.6.2011


Zeitungszitat: "Prof. Dr. Karola Wille (52). Vize-Intendantin, MDR-Justitiarin, leitet den wichtigen Arbeitskreis „Digitale Zukunft". Vorteil: Frau, aus dem Osten (Chemnitz), innerhalb der ARD hoch angesehen. Nachteil: hat schon zu DDR-Zeiten den Doktor in Jura gemacht was einige im Rundfunkrat als Manko sehen." (BILD Leipzig, 27.5.2011)


Zeitungszitat: "Offenbar war es aber Prof. Karola Wille (52) – juristische Direktorin des Senders und eine der Top-Kandidatinnen für den Intendantenposten – die sich maßgeblich für die Aufklärung von Fohts Machenschaften einsetzte" - bild.de, 1.8.2011


Vita/Werdegang

Geboren: 22. März 1959 in Chemnitz Ausbildung: Studium der Rechtswissenschaften an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Abschluss: 1982 Diplomjuristin Stationen:

  • Forschungsstudium in der Sektion Rechtswissenschaften Jena
  • Promotion 1986 zum Dr. jur.
  • wissenschaftliche Assistentin an das Institut für Internationale Studien der Universität Leipzig
  • 1991-1993 Fernstudium an der Fernuniversität Hagen
  • Ab 1991 Justiziarin im Rechtsamt der Stadt Leipzig
  • ab November 1991 1. Referentin in der Juristischen Direktion des MDR
  • Ab 1993 war sie Stellvertreterin des Juristischen Direktors des MDR
  • Seit 1. November 1996 Juristische Direktorin des MDR Wiederwahl: "am 30. Januar 2006 wurde sie zum zweiten Mal wiedergewählt und damit bis 2011 in ihrem Amt bestätigt."
  • 2002: Honorarprofessur für Medienrecht an der Universität Leipzig
  • Seit 2003 ist Prof. Wille Stellvertreterin des Intendanten des MDR

Quelle: http://www.mdr.de/unternehmen/struktur/157665.html

Zurück zur Hauptseite.